Vorratsschädlinge in der Speisekammer: erkennen und loswerden
Dörrobstmotten, Reismehlkäfer und Kornkäfer kommen schon in der Verpackung ins Haus und vermehren sich im Sommer in 25 Tagen. Woran man sie erkennt, wie Behälter und Einfrieren bei −18 °C sie stoppen und was zu tun ist, wenn man sie findet.
Der häufigste Schädling in Vorratskammern ist die Dörrobstmotte (Plodia interpunctella). Nach Angaben des UC-IPM-Programms der University of California leben ihre Raupen in Mehl, Getreideflocken, Nüssen, Trockenobst, Schokolade, Gewürzen und Tierfutter; daneben besiedeln Rotbrauner und Amerikanischer Reismehlkäfer (Tribolium castaneum, T. confusum), Getreideplattkäfer (Oryzaephilus surinamensis), Brotkäfer (Stegobium paniceum) und Tabakkäfer (Lasioderma serricorne) den Schrank. Die meisten kommen bereits in der Verpackung aus Laden oder Lager ins Haus, nicht durchs Fenster.
Wer im Mehl lebt und wie schnell er sich vermehrt
Ein Dörrobstmottenweibchen beginnt etwa drei Tage nach dem Schlüpfen mit der Eiablage und legt 200 bis 300 Eier; die Eier schlüpfen nach 7 bis 8 Tagen, die Raupen fressen 6 bis 8 Wochen, die Puppenruhe dauert 15 bis 20 Tage (Clemson University). In der Sommerwärme kann der ganze Zyklus unter einem Monat liegen: Die University of Kentucky nennt nur 25 Tage. Eine vergessene Packung Haferflocken von August bis Oktober bedeutet also drei Generationen.
| Schädling | Wo er zu finden ist | Zyklus vom Ei zum Käfer bzw. Falter |
|---|---|---|
| Dörrobstmotte (Plodia interpunctella) | Mehl, Flocken, Nüsse, Trockenobst, Schokolade, Tierfutter | 6 bis 8 Wochen, im Sommer ab 25 Tagen |
| Reismehlkäfer (Tribolium) | Mehl, Grieß, Semmelbrösel, Nudeln | rund 6 Wochen |
| Getreideplattkäfer (Oryzaephilus surinamensis) | Getreide, Reis, Trockenobst, Kekse | 3 bis 4 Wochen im Sommer |
| Korn- und Reiskäfer (Sitophilus) | ganze Körner: Reis, Weizen, Mais, Bohnen | ab 1 Monat |
| Brot- und Tabakkäfer | Gewürze, Tee, getrocknete Kräuter, Brot, Kekse | rund 6 Wochen |
Anzeichen, die man nicht übersehen sollte
Das erste Zeichen einer Motte sind seidige Fäden und Klümpchen im Mehl oder in den Flocken: Die Raupen hinterlassen Gespinst und Kot, sodass die Körner verkleben. Das zweite Zeichen sind rosaweiße, etwa einen Zentimeter lange Raupen, die an der Küchenwand oder über die Decke kriechen; laut Clemson und NPIC entfernen sie sich zum Verpuppen weit vom Futter, oft in die Fuge zwischen Schrank und Decke. Das dritte sind kleine bräunliche Falter, die abends im Zickzack durch die Küche fliegen. Reismehlkäfer und Kornkäfer erkennt man als winzige braune Insekten von 2 bis 4 Millimetern im Mehl, am Boden des Glases oder in den Falten der Tüte; der Kornkäfer hinterlässt Löcher in Reis- oder Bohnenkörnern.
So verhindert man die Ausbreitung
UC IPM empfiehlt, Mehl, Getreide, Reis und Tierfutter in Behältern mit dicht schließendem Deckel statt in Plastiktüten aufzubewahren, weil Raupen dünne Folie und Papier durchbeißen. Clemson rät, nur Mengen für 2 bis 4 Monate zu kaufen und neues Mehl oder Flocken direkt nach dem Einkauf drei Tage bei −18 °C einzufrieren; das tötet Eier, die aus dem Lager mitgekommen sind. Selten benutzte Vorräte wie Roggenmehl oder Mohn schlägt UC IPM dauerhaft im Gefrierfach vor. Alte und neue Ware nicht im selben Behälter mischen, den Behälter vor dem Nachfüllen spülen, keine beschädigten Packungen kaufen und die Regale trocken halten. Regale mit Wasser und Seife abwischen, Krümel und verschüttetes Mehl absaugen, denn schon wenige Gramm in einer Ritze ernähren eine ganze Kolonie.
Was tun, wenn sie schon da sind
Lebensmittel mit sichtbaren Raupen, Gespinst oder Käfern in einer verschlossenen Tüte in die Außentonne werfen, danach jede Packung Trockenware im selben und in den Nachbarschränken öffnen und prüfen, auch Gewürze, Tee und Tierfutter. Regale leeren und von oben und unten mit der Fugendüse absaugen, weil sich Puppen in Fugen und Schraubenlöchern verstecken (University of Kentucky). Für Packungen ohne Befallsspuren, die man behalten möchte, gibt es zwei Verfahren: Einfrieren bei −18 °C (0 °F) für vier Tage tötet alle Entwicklungsstadien, Erhitzen bei 68 °C (155 °F) für rund 20 Minuten im Backofen mit angelehnter Tür bringt dasselbe Ergebnis. Pheromon- oder gelbe Leimfallen beseitigen den Befall nicht, zeigen aber, ob die Motte zurück ist und in welchem Schrank. Insektizide in der Vorratskammer empfiehlt UC IPM nicht, Clemson nennt sie nur als letztes Mittel: Chemie erreicht die Raupen im Lebensmittel nicht, und Reinigung plus Behälter lösen 90 Prozent der Fälle.
| Verfahren | Temperatur | Dauer | Wofür |
|---|---|---|---|
| Einfrieren nach dem Einkauf | −18 °C | 3 Tage | neues Mehl, Flocken, Grieß (Clemson) |
| Einfrieren einer verdächtigen Packung | −18 °C | 4 Tage | Reis, Bohnen, Tierfutter, Saaten (Kentucky) |
| Einfrieren | −18 °C | 7 Tage | sichere Variante gegen Eier und Raupen (NPIC) |
| Backofen, Tür angelehnt | 68 °C | rund 20 Minuten | ganze Körner, Hülsenfrüchte, Saaten (Kentucky) |
Weitere Hinweise zur Lagerung von Mehl, Semmelbröseln und Resten finden Sie in den Küchenratgebern auf jelo.hr.